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1809, 2026

150 Jahre Winterthur – Koblenz

By |18. September 2026|Categories: Grosstraktion|Tags: , , |Kommentare deaktiviert für 150 Jahre Winterthur – Koblenz

Am 16. August 2026 fand der «Event» 150 Jahre Winterthur – Koblenz statt.

Es ist heute schwierig geworden, SBB-Streckenjubiläen zu feiern. Wen interessiert und betrifft das, bei den divisionalisierten SBB, bei Regionalverkehrsbetreibern, bei Gemeinden und Kantonen? Die Zeiten der grossen Feste mit Ehrengästen, Fahnen, Darbietungen von Vereinen, wo «die SBB» alle Schulen des Einzugsgebiets einer Strecke zur Gratisfahrt in Dampfzügen mit 6 – 8 Wagen einluden (bspw. Bischofszellerbahn vor 50 Jahren) sind vorbei, kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen.

So wurde auch mit viel Engagement des DSF Koblenz und er Historischen Vereinigung des Bezirks Zurzach das 150 Jahr-Jubiäum der Strecke Winterthur – Bülach – Koblenz begangen, ohne jede Aktivität zwischen Winterthur und Bülach.Und mit Abwesenheit von SBB und Thurbo.

Ein paar Schnappschüsse als Erinnerung

In Erinnerung an die Badezüge nach Zurzach waren eigentlich Fahrten mit dem Roten Pfeil vorgesehen,  doch man entschied sich schliesslich für den Aargauer Pfeil, die Wohlen – Meisterschwanden-Bahn

Der reiche Fahrplan, der auch viele junge Eisenbahnfotografen an die Strecke lockte, während ältere Semester es wieder mal genossen, wie einst in Wagen mit Fenstern zu fahren, die man noch öffnen kann.

Die WM in Zurzach, wo auf dem Bahnhofplatuz auch schon die Gartenbahn des MBCZU fährt.

Noch ist alles leer, aber das Fest beginnt erst!

Und dann kommen die Züge von „einst“…

Mit der Tageskarte ist man dabei!

Der kleine, aber nicht minder faszinierende Festplatz Rümikon-Mellikon. siehe EA 9/24

Stimmungsbilder Mellikon

Die SBB beteiligten sich ja nicht am Fest, aber die Extrazüge wurden mustergültig angezeigt !

Und da kommt schon der Aargauer Pfeil

Ein Höhepunkt war der Festplatz im Depot Koblenz des DSF (Festwirtschaft im Depot, Loksimulator, Fahrzeugausstellung).

Dank dem DSF ist auch noch eine elegante Front eines Goldküsten-Mirage erhalten geblieben.

Noch ein Blick in die Fahrzeugausstellung in Koblenz

Und dann geht es wieder zurück, mit einem Thurbo, wo man die Fenster nicht mehr herunterlassen kann… Fast ein Kulturschock…

Sehr schönes Fest, dank den Veranstaltern. Ein Beitrag zur Geschichte der Linie ist auch im EA 8/26 erschienen: Auf Badefahrt mit dem Roten Pfeil.

 

 

 

1512, 2018

Depot und Schienenfahrzeuge Koblenz (DSF) besucht Train Nostalgique du Trient (TNT)

By |15. Dezember 2018|Categories: Grosstraktion|Tags: , , |Kommentare deaktiviert für Depot und Schienenfahrzeuge Koblenz (DSF) besucht Train Nostalgique du Trient (TNT)

Der EW I-Pendelzug des Vereins Depot und Schienenfahrzeuge Koblenz (DSF) mit dem Prototyp-RBe 4/4 1405 besuchte am 27.10.2018 als „Wallis-Express 2.0“ die Stadt Martigny und den Verein Train Nostalgique du Trient (TNT). Nicht ganz zufällig fand dies am Samstag vor der Einführung der Führerstandsignalisierung (ETCS L2) zwischen Sitten und Siders statt, denn der RBe 4/4 und der Dt sind nicht mit ETCS ausgerüstet.

Der Extrazug holte um 7.15 die Reisenden in Zürich HB ab und fuhr via Bern VL–Lötschberg-Bergstrecke in Wallis. In Martigny konnte der Verein Train Nostalgique du Trient besucht werden, der mit seinen Triebwagen zwischen Martigny und Vernayaz pendelte und in Vernayaz zusammen mit den Transport Martigny et Régions (TMR) eine Fahrzeugaufstellung organisierte.

Der DSF-Pendelzug RBe 4/4 1405 – A – B – Dt während der Mittagsruhe in Martigny.

Der RBe 4/4 1405 links im Hintergrund wird sich gleich vom Schmalspur-Rollmaterial verabschieden und sich auf die Heimfahrt machen: TNT-ABDeh 4/4 32, «der Traktor», 1932 beschafft für die Transporte zum SBB-Kraftwerke Barberine, sowie ein TMR-Pendelzug aus den 1960-er Jahren mit den BDeh 4/4 7 und 8.

Fahrzeugaufstellung in Vernayaz MC, von links: TMR-BDeh 4/4 8 und 7, TNT-ABDeh 4/4 32, TMR-Te 2/2 91 (ex VBZ-Xe 2/2 1907) TMR-BDeh 4/4 501 (1980).

Alle Fotos: François Jacquier

Zurück fuhr der Extrazug wiederum über die Lötschberg-Bergstrecke, danach aber durchs Emmental und Entlebuch und über Luzern nach Zürich.

Der DSF machte übrigens bereits am 22.4.2017, dem letzten Samstag vor der Einführung von ETCS L2 zwischen Lausanne und Villeneuve, letztmals die ganze Wallisrundfahrt, damals mit dem RBe 540 074. Jetzt kommen Triebfahrzeuge ohne ETCS-Ausrüstung nur noch nach Brig ins Wallis.

603, 2018

Heizkanone

By |6. März 2018|Categories: Grosstraktion|Tags: , , , , , |Kommentare deaktiviert für Heizkanone

Von Ruedi Wanner

Bahnreisende erblicken in Koblenz ein seltsames Vehikel zwischen dem Gleis Richtung Waldshut und der Lokremise, die dem dsf  Verein Depot und Schienenfahrzeuge Koblenz gehört. Mit diesem exotisch aussehenden Fahrzeug wurde früher Schneeräumung betrieben.

Um 1968 konstruierte die Firma Müller in Rüti ZH im Auftrag der damaligen SBB-Bauabteilung (Kreis III) ein eigenartiges Gefährt, welches zur Schneeräumung bestimmt war. Auf ein einfaches Untergestell wurde ein Öltank aufgesetzt. Nur auf der einen Seite hat das Fahrzeug Puffer und Zughaken, auf der andern Seite ragen zwei lange Rohre im Gleisabstand hervor. Dazwischen sind zwei Ölbrenner handelsüblicher Bauart und zwei Ventilatoren eingebaut. Die Verknüpfung zwischen dem Gleisbau (Krampmaschinen, heute zur Sersa Group gehörend) und einer Heizungsfirma ist wohl in der oben erwähnten Firma Müller und den persönlichen Nachfolgern zu suchen.

Bei starkem Schneefall wurde nun das Vehikel an einen passendes Fahrzeug (Tm II der Baudienste) angehängt und auf die zu räumenden Weichen geschoben. Ein warmer Luftstrahl gelangte durch kräftige Ventilatoren auf die verschneiten Schienen und legte sie ohne aufwändige und gefährliche Handarbeit frei. Gemäss SBB-Nachrichtenblatt 3/1968 wurden so in Rapperswil innerhalb einer Stunde alle Weichen freigemacht.

Weitere Einsätze sind aus Linthal und Winterthur (Rangierbahnhof) bekannt, wohin das Fahrzeug via Tösstal beordert wurde. Eine Nummernbezeichnung ist nicht vorhanden, ebenso wenig ein Fabrikschild. Das Untergestell entspricht einem Rollwagen und hat eine einfache Bremse, die aber nur zum Feststellen diente. Mitte der 1970er Jahre wurden die Flammrohre durch neue ersetzt. Verbeulte Öffnungen zeigen, dass die Rohre unten oft unfreiwillige Kontakte mit vorstehenden Teilen hatten. Zum Fahrzeug gehörte ferner ein mobiles Dieselaggregat, welches den Strom für die Ventilatoren lieferte. Es wurde am letzten Stationierungsort (Wald ZH) auf einem Gestell in passender Höhe gelagert und konnte bei Bedarf direkt auf die Ladefläche des stets als Traktionsmittel eingesetzten Tm II geschoben werden.

Die «Heizkanone», wie wir sie scherzhaft nennen wollen, blieb lange im Depot Rapperswil abgestellt, zum Glück vor der Witterung geschützt. Zuletzt stand sie in Wald ZH, und bis zu ihrer Entdeckung durch ein Mitglied des dsf, damals „Draisinensammlung Fricktal“ und Überfuhr zum Standort Koblenz war es ein weiterer Schritt.

Derartige Geräte zum Auftauen von Schienen und Weichen sind auch aus dem Ausland bekannt. In der ehemaligen DDR wurden angeblich ausgediente Düsentriebwerke von Flugzeugen dazu verwendet. Auch bei der Standseilbahn Davos–Parsenn ist beispielsweise ein modernes Gerät im Einsatz, das den Kabinen bergseits vorangestellt werden kann.

Fotos: Ruedi Wanner

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