31 Aug

Lauftechnikmessfahrten mit einem Zweikraft-Flirt von Stadler für Abellio East Anglia

Prose als akkreditierte Prüfstelle für Eisenbahnrollmaterial, Stadler als Hersteller und SBB Personenverkehr als EVU arbeiten an der Zulassung der Zweikraft-Flirt von Stadler für Abellio East Anglia. Im August wurden mit dem Triebzug 755 402 u.a. Lauftechnikmessfahrten im Aaretal zwischen Gümligen und Thun bis v max 176 km/h durchgeführt (Zulassungsgeschwindigkeit +10%).

Seeger Markus

Die SBB-Re 460 091 mit dem 755 402 für Abellio East Anglia zwischen den Kupplungs-Übergangswagen Dms 75 80 90-94 010 und 009 von Railadventure zwischen Wichtrach und Kiesen am 17.8.2018. Foto: M. Seeger

In der letzten Augustwoche wurde die Kompositon an mehreren Tagen mit einer Rundfahrt Thun–Lyss–Kerzers–Thun (je via Münsingen) gedreht.

Frei Stephan

Die gleiche Komposition bei der Durchfahrt im Nord-Ost-Süd-West-Bahnhof Kerzers am 28.8.2018.

Frei Stephan

Ein Blick auf den Generatorwagen des 755 402 in Kerzers am 28.8.2018. Das britische Profil ist gut ersichtlich. Fotos: S. Frei

Abellio East Anglia

Abellio East Anglia Ltd, Tochtergesellschaft des niederländischen Abellio (NS) mit 40% Beteiligung der japanische Mitsui, erhielt 2016 die Franchise «East Anglia» 2016–2025 für den Verkehr im Osten England (Essex, Suffolk und Norfolk), verbunden mit der vollständigen Erneuerung des Rollmaterials, mehr als 1000 Wageneinheiten. Das Rollmaterial wurde noch im gleichen Jahr bestellt undmuss bis September 2020 vollständig in Betrieb gesetzt sein.

Die Strecken ab London Liverpool Street nach King’s Lynn und Norwich mit einigen Ästen (u.a. Harwich, Clacton, Southend) sind mit 25 kV 50 Hz elektrifiziert, die regionalen Strecken in Norfolk jedoch nicht.

Der Auftrag für das «Massenprodukt» für den Vorortsverkehr ab London Liverpool Street ging an Bombardier in der Form von 89 fünfteiligen und 22 zehnteiligen Elektrotriebzügen des Typs Aventro (mit 2+3-Bestuhlung), total 665 Wageneinheiten für 930 Mio. £.

Die «Spezialitäten» wurden auf der Basis des Flirts an Stadler vergeben, total 378 Wageneinheiten, finanziert auf dem Kapitalmarkt unter Führung von Rock Rail.

20 zwölfteilige Elektrotriebzüge für den Fernverkehr mit rund 750 Sitzplätzen, darunter auch 1. Klasse:

  • 10 x 745/0 lösen bei den IC London–Norwich lokbespannte Pendelzüge (Class 90 + Mk 3) ab.
  • 10 x 745/1 ersetzen beim “Stansted-Express” London–Flughafen Stansted die Elektrotriebzüge Class 379.

Im Regionalverkehr auf elektrifizierten und nicht-elektrifizierten Strecken werden38 Zweikraft-Flirt (bi-mode multiple unit, BMU) mit der Sitzanordnung 2+2 vorwiegend ältere Dieseltriebzüge (Class 153, 153, 170) ablösen: ab Norwich nach Lowestoft, Great Yarmouth, Sheringham und Cambridge; ab Ipswich nach Lowestoft, Felixstowe und Cambridge; Marks Tey–Sudbury.

  • 14 x 755/3 3+1-teilige Triebzüge (170 Sitzplätze)
  • 24 x 755/4 4+1-teilige Triebzüge (230 Sitzplätze)

Die Flirt BMU für Abellio East Anglia sind elektrische Flirt, welche mit einem Generatorwagen mit 4 V8-Dieselmotoren und einem Durchgang ergänzt sind. Der Generatorwagen ist die Abkehr vom Prinzip, bei Dieseltriebzügen unter jedem Wagen einen eigenen Dieselmotor zu montieren. U,a. sinken so die Immissionen in den Wagen. Im elektrischen Betrieb kann die Bremsenergie rekuperiert werden, im Dieselbetrieb wird die elektrische Bremsenergie über Widerstände «verheizt».

Stadler wird auch für die Instandhaltung aller Flirt in der Serviceanlage Crown Point in Norwich verantwortlich sein.

Weitere Informationen siehe z.B.

 

Franchise

In Grossbritannien werden die Konzessionen im Schienenpersonenverkehr nach dem Franchising-Prinzip vergeben, um die sich die Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) bewerben können. Eine einzelne Franchise schreibt Leistungen und Qualität auf einem Liniennetz während der Vertragsdauer vor. Je nach erwarteter Wirtschaftlichkeit erhält der Franchisenehmer Abgeltungen von der öffentlichen Hand oder muss eine Franchisegebühr zahlen.

05 Jun

AB: Der 3. Tango ist eingetroffen

Am 1. Juni 2018 erfolgte die Ablieferung des 3. Tangos, ABe 8/12 4003, offiziell bestehend aus den separat nummerierten Halbzügen ABe 4/6 4103 und Be 4/6 4003. Bekanntlich bezieht sich die zweite Ziffer bei den Tangos-Halbzügen auf die 1. Klasse: 4103. Auf der DML befindet sich künftig die 1. Klasse Seite Trogen, die 2. Klasse Seite Appenzell.

Die zwei Halbzüge, noch auf dem Rollschemelzug in Gossau SG

Weil inzwischen die Streckensperrungen zwischen Herisau und Appenzell vorbei sind, wurde der 3.Tango mit der Stadler-Lok Eea 936 131 auf Rollschemeln direkt nach Gossau SG gebracht, und der Umweg über Altenrhein mit anschliessendem Strassentransport konnte entfallen. Nach dem Ablad fuhr der ABe 8/12 in eigener Kraft nach Herisau (Seite Herisau ABe 4/6 4103, Seite Gossau SG Be 4/6 4003) und gleichentags noch weiter in die Werkstätte Gais, natürlich mit vorsichtigem Befahren der Weichen auf der “GAW”-Strecke.

Die beiden Hälften 4003/4103  werden miteinander vereinigt.

Und schon ist der 3. von insgesamt 11 ABe 8/12 auf den Gleisen der AB angekommen..

Fotos: A. Wilhelmi

21 Mai

Erster Halbzug des Flirt «Traverso» für die SOB

Die SOB überführte am 17.4.2018 den ersten Halbzug ihres neuen Flirt «Traverso» im Auftrag des Herstellers Stadler mit einer Eea 936 vom Werk Bussnang ins Inbetriebnahmezentrum Erlen.  Nach den silber-rot-schwarzen Flirt RABe 526 041 – 063 für den Regionalverkehr werden die Flirt «Traverso» RABe 526 101/201 – 117/217 für den Voralpen-Express und die Fernverkehrs-Kooperationsprodukte mit den SBB bronze-rot-schwarz. Das Design ist allerdings noch nicht vollendet. Der zweite Halbzug wurde unterdessen ebenfalls überführt.

Die SOB wollte vor der auf Juni angekündigten Präsentation des Zuges keine Bilder veröffentlichen.  Nachdem nun eine Fachzeitschrift Bilder publiziert, können wir den Zug ebenfalls zeigen.

Fotos (aus Erlen): Georg Trüb

26 Apr

AB: Der 2. Tango ist eingetroffen

Der erste Tango von Stadler Rail für die AB war in der Nacht vom 22./23. März in einer spektakulären Abladeaktion auf der Bahnhofstrasse St. Gallen auf der früheren Trogenerbahn eingetroffen (NiK EA 5/2018 S. 210). Er ist gegenwärtig ab Speicher auf diesem Teil der künftigen Durchmesserlinie auf Testfahrten unterwegs.

Einen Monat später traf nun der 2. Tango ein, nun auf der Strecke der früheren SGA.

Nach dem Ablad des Be 4/6 4002 am Nachmittag des 23. Aprils folgte am späteren Vormittag des 24. Aprils auch der ABe 4/6 4102 mit Führerstand Richtung Trogen  in Gais ein. Vom Bahnhofplatz und vom Mittelperron aus konnte der faszinierende Ablad durch ein eingearbeitetes Team von Egger Transporte, AB und Stadler bei bestem “Fotolicht” miterlebt werden.

Der ABe 4/6 4102, noch ohne 1. Klasse-Bezeichnung am Element Seite Trogen ist in Gais eingetroffen. “Jetzt ladet’s wieder es Trämli ab”! sagen die Leute im Zug nach Appenzell…

Die “Schienen” werden ausgefahren. Mit dem Bau der “Ablauframpe” beginnt der zeitaufwendigste Teil des knapp 1 1/2-stündigen Ablads.

Nun folgt aus der Werkstätte der bereits am Vortag angelieferte Halbzug Be 4/6 4002…

…und wird mit dem ABe 4/6 4102 zusammengekuppelt.

Dem Te 2/2 97(O&K 1960)  kommt die Ehre zur Überfuhr des ersten Tangos in die Werkstätte Gais zu. Er stammt von der Baubahn Süd des Gotthard-Strassentunnels und wurde 2002 von der Firma TAFAG in Goldau erworben.

Schlussbild mit Säntis

Erste Probefahrten auf der ehem. SGA sind ab 30. April zu erwarten, allerdings vorwiegend nachts.

Alle Fotos: C. Ammann, 24. 4. 2018

26 Apr

Bei den Stadler Breitspur-GTW in Katalonien

331.02/52 als RL1 nach Lleida Pirineus (auf kastilisch Lérida Pirineos)

von José Banaudo 

Balaguer (Prov. Lleida) ist eine katalanische Stadt mit rund 16‘000 Einwohnern. Das historische Zentrum befindet sich auf der rechten Seite des Rio Segre, einem Zufluss zum Ebro, der in der französischen Cerdagne entspringt.

Der Bahnhof Balaguer liegt an km 24 der 89 km langen Strecke Lleida – La Pobla de Segur. Sie war zu Zeiten der RENFE einstellungsbedroht, bevor sich die autonome Region Katalonien 2005 ihrer annahm. Seit Sommer 2016 wird der Betrieb von den Ferrocarrils de la Generalitat de Catalunya (FGC) mit zwei GTW-Dieseltriebwagen geführt (EA 3/2016 NiK).

Der gesamte Rollmaterialbestand der Strecke besteht aus den beiden Stadler-GTW der FGC in der iberischen Breitspur von 1,668 m . Der 331.01 / 51 links steht für eines der täglich vier Zugpaare RL2 Lleida – La Pobla de Segur im Einsatz, der 331.02 / 52 rechts für sechs Zugpaare RL1 Balaguer – Lleida.

Der GTW 331.02 / 52 als RL2 Balaguer – Lleida, im Hintergrund die Kirche Santa-Maria von Balaguer.

Der gleiche Triebwagen als  RL2 Lleida – Balaguer vor der Haltestelle von Alcoletge. RL heisst übrigens « Rodalies de Lleida » (=Vorortsverkehr von Lleida).

Der GTW 331.02 / 52 als RL2 Balaguer – Lleida bei der Haltestelle Vallfogona-de-Balaguer.

Von Balaguer aus war die Strecke in Etappen 1949 bis Cellers-Llimiana, 1950 bis Tremp und 1951 bis La Pobla de Segur verlängert worden. Das ursprüngliche Projekt sah einen Pyrenäen-Durchstich unter dem Col de Salau nach St-Girons im franz. Departement Ariège (und weiter nach Toulouse) vor. Aber La Pobla blieb Endstation.

Der spektakulärste Abschnitt der Bergstrecke ist die Schlucht von Terradets, hier mit dem GTW 331.01 / 51 als Zug RL1 La Pobla – Lleida, der die Sierra de Montsec in einer Folge von Tunnels durchquert.

Zwischen Ager und Santa-Lynia folgt der GTW dem Rio Noguera Pallaresa, gestaut durch den Damm von Camarasa.

Der GTW 331.01 /51 mit Werbung für die Wintersportorte der Region Pallars, hier in der Ebene unweit von Termen.

Fotos: J. Banaudo, 24. Februar 2018