27 Dez

Rumänien im September 2018 (1)

Von José Banaudo, Nizza

Von meiner Rumänien- und Bulgarienreise vom 4. – 18. September 2018 sind bereits die drei Blogs über Bulgarien erschienen. Nun folgen nach und nach die Bilder und Erinnerung aus Rumänien.

Am 4. September 2018, schon zwei Stunden nach Ankunft in Bukarest begegnen wir dem ersten Malaxa-Dieseltriebwagen im Bahnhof Alexandria an der Strecke Roșiori de Vede–Zimnicea. Der Triebwagen 77.0922 fährt den letzten Zug des Tages nach Rosiori Nord. Der kleine zweiachsige Oldtimer mit 120 PS gehört zu einer Fahrzeugserie, die zwischen 1935 und 1942 von der rumänischen Firma Nicolae Malaxa gebaut wurden. Leicht modernisiert und mit neuen Motoren ausgestattet sind sie wohl die ältesten Triebwagen, die in Europa oder gar auf der ganzen Welt im planmässigen Einsatz stehen.

Am 5. September fotografieren wir im Vorbahnhof von Rosiori Nord das Rollmaterial von drei privaten Bahngesellschaften:
– Eine für Franzosen vertraute Sihouette: Die BB 25109 der SNCF als 425.109 des Grup Feroviar Roman (GFR).
– Die vierachsige 43.007 von Servtans. Sie gehört zu einer Serie von Lokomotiven, die 1973 – 1988 nach schwedischer ASEA-Lizenz von der jugoslawischen Firma Rade Koncar in Zagreb gebaut worden ist.
– Ein Schnellzug Craiova–Constanța der Gesellschaft Softrans, Tochterfirma des Fahrzeugbauers Softronic in Craiova. Softronic hat auch 2014 den Triebwagenzug «Hyperion» gebaut, der hier im Einsatz steht.

Auf der Strecke Bukarest–Craiova fährt am 5. September ein Getreidezug mit der sechsachsigen, dieselelektrischen 60.0899 von Servtrans durch den Bahnhof Radomirești. Diese Lokserie 060 DA / 60 wurde in Rumänien nach Schweizer Linzenz in fast 2500 Exemplaren (!) produziert, und zwar auch für die bulgarischen, polnischen und chinesischen Staatsbahnen. Die ersten 6 Lokomotiven wurden 1959 durch SLM, Sulzer und Brown-Boveri gebaut, alle weiteren Maschinen von 1960 bis 1985 durch Electroputere in Craiova, UCMR Reșița und in den Lokomotivwerken 23. August in Bukarest. Sie sind mit einem 12-Zylinder-Zweireihen-4-Takt-Dieselmotor von 2100 PS von Sulzer ausgerüstet. Überall in Rumänien begegnet man dieser absolut charakteristischen Lokomotive in verschiedensten Lackierungen und Umbauversionen.

Am 5. September treffen sich in Caracal der Triebwagen 77.0918, im Einsatz auf den Linien nach Corabia und Piatra-Olt, und die sechsachsige dieselelektrische 651.014 von DB Schenker Romania. Sie stammt aus der DR-Baureihenfamilie 130, 131, 132 und 142, später DB AG: 230, 231, 232, 233, 234, 241, 754 und 242, gebaut in 873 Einheiten zwischen 1970 und 1982 in Woroschilowgrad, heute Lugansk (Ukraine). Auf der Seitenfront dieser „Ludmilla“ erkennt man den Namen „Vlad Tepes“ (= Vlad der Pfähler), des walachischen Fürsten, der den Dracula-Mythos inspirierte.

Nachdem wir den Westen Rumäniens besucht haben, kehren wir am 9.September durch das gebirgige Olt-Tal in die Landesmitte zurück. Hier ein Lokalzug Podu-Olt–Piatra-Olt hinter dieselhydraulischen, vierachsigen 89.0251 bei der Einfahrt in den Bahnhof Cainenii. Die Serie 89 mit 1250 PS wurde ab 2005 durch Faur Bukarest aus der Serie 80 umgebaut (elektrische Heizung statt Dampfheizung). Faur hatte die ersten Lokomotiven der Serie 80, damals 040 DH, ab 1968 Jahren produziert. Sie weisen eine Ähnlichkeit zur Bm 4/4 der SBB auf.

Am 9. September verlässt der Dieseltriebwagen 77.0999 als Regionalzug Râmnicu-Vâlcea–Podu-Olt, den Bahnhof Lotru. Ohne die hässlichen Graffitis wäre das Stimmungsbild fast perfekt!

Am 9. September stösst die 60.1350 in der neuen Lackierung von CFR Marfa (Güterdivision der Staatsbahn CFR) einen Kohlenzug aus dem Gleisfeld von Govora zur Sodafabrik CIECH in Râureni. Diese wird auch über eine lange, 760 mm-spurige Industriebahn mit Schiefer- und Kalkgestein versorgt. Leider war diese Bahn bei unserem Besuch nicht in Betrieb.

Am 10. September fährt ein Güterzug mit 25 Schüttgutwagen im Schritttempo von Babeni zur Mine von Alunu hoch, um mit Kohle für die Sodafabrik von Râureni beladen zu werden. Auf der Brücke über den Fluss Luncavăț erkennt man an der Spitze des Zuges die 60.0633 und 60.0812, die 60.0937 als Schiebelok. Ein Spektakel nicht nur fürs Auge sondern auch für die Ohren!

Am 10. September wird im Bahnhof Piatra-Olt ein Regionalzug nach Pitești mit der 64.1101 bereitgestellt. Die Lokomotive ist eine ursprüngliche Maschine der Serie 60, ab 2004 mit einem neuen Motor V12 EMD von General Motors ausgerüstet. Das Depot mit den kleinen Dieseltriebwagen der Reihe 77 ist gleich hinter dem Zug erkennbar.

Der gleiche Zug nun im Bahnhof Piatra-Olt, am Schluss wird aus dem Depot der Dieseltriebwagen 77.0976 überführt. Ein längeres Rangiermanöver beginnt.

Gleichentags erhält im Bahnhof Piatra-Olt der Siemens-Triebwagen des Typs Desiro der Reihe 96, unterwegs nach Pitești den Abfahrbefehl. Am ersten Perron wartet der Triebwagen 77.0953 als Regionalzug nach Caracal, von wo er dann seine Fahrt bis nach Corabia am Nordufer der Donau fortsetzen wird.

Alle Fotos: J. Banaudo

Übersetzung: C. Ammann

25 Dez

Trolley-Festival Torino

Von José Banaudo, Nizza

Jedes Jahr findet am ersten Dezembersonntag in Turin das traditonelle « Trolley-Festival» statt, organisiert von der Associazione Torinese Tram Storici (ATTS) in Zusammenarbeit mit dem öV-Transportunternehmen Gruppo Torinese Trasporti (GTT). GTT entstand 2003 durch die Fusion des Turiner Trambetriebs ATM mit der Vorortsbahngesellschaft SATTI.

Am 2. Dezember 2018 war es wieder so weit: Rendez-vous der Tramfreunde auf der Piazza Castello mit den Turiner Tramwagen 116, 2759, 502, 3104, neben einem Doppelstöckerbus Fiat 413 Viberti Nr. 2002 (1961).

Einige Angaben zur Sammlung der ATTS sind mit dem Link http://www.atts.to.it/de/veicoli-3  zu finden. Leider ist eine direkte Verlinkung derzeit wegen technischen Problemen nicht möglich.

Hinter dem Palazzo Madama sind die Triebwagen 2759, 2598 und der Münchner Anhängewagen 3404 (Rathgeber 1957) ausgestellt (letzterer in Restaurierung).

Es geht los. Der Tramwagen 116 (Diatto 1911), fährt als ältester Teilnehmer am Markt an der Porta Palazzo vorbei Richtung Via Milano.

Der Tramwagen 505 (Ansaldo 1924) auf dem Corso Regina Margherita.

Zwischen den Fahrten des Trolley Festival verkehrte die historische Tramlinie 7 (Linea storica 7) des GTT, die samstags und sonntags ab der Piazza Carlo Emanuele (“Piazza Carlina” für die Turiner) fährt. Hier der Tramwagen 2592 (Fiat 1933) im Abendlicht.

Der Triebwagen 2595 (Fiat 1933) im Einsatz auf der Linea storica des GTT an der Endhaltestellt an der Piazza Carlo Emanuele.

Der Römer Tramwagen 312 (Carminati & Toselli 1935) der Verkehrsbetriebe STEFER (Tranvie dei Castelli Romani) in den Giardini Reali.

Der Tramwagen 447 (Stanga 1938) der früheren städtischen Strassenbahn in Trieste (Normalspur, 1970 stillgelegt) fährt durch die Via Milano, unweit des Turiner Rathauses.

Der Triebwagen 3104 (Fiat 1949) der ATM Torino kommt aus den Giardini Reali und biegt am Rondo Rivella in den Corso Regina Margherita ein.

Die Nacht ist angebrochen. Auf der Piazza Castello steht noch immer der Gelenktriebwagen 2759 (Savigliano 1959) mit dem Spitznamen « due camere con cucina » (Zwei Zimmer mit Küche) ausgestellt. Daneben beginnt bald der Tramwagen 116 eine seiner letzten Rundfahrten des Tages.

Aber wir verlassen Turin nicht, ohne noch einen Blick auf die treuen Fahrzeuge der Serie 2800 zu werfen. Sie wurden auf Fahrgestellen aus den 1930er-Jahren aufgebaut und stehen noch immer in grosser Zahl auf den Linien 13, 15 und 16 im Einsatz. Doch in den kommenden Jahren ist ihre Ablösung geplant. Hier der Gelenkwagen 2869 (Fiat 1982) auf der Linie 16 am Rondo Rivella am Corso Regina Margherita.

Fünf «2800er » der ersten Serie sind in den klassischen zwei Grüntönen lackiert, hier der Wagen 2807 (Officine Moncenisio 1958) auf der Linie 5 . Er fährt aus der Via Po auf die Piazza Vittorio Veneto.

Alle Fotos: J. Banaudo

24 Dez

Inauguration de la réouverture Delle – Belfort

Delle, 6-12-2018

L’inauguration de la réouverture de la ligne internationale Delle–Belfort a eu lieu pour les officiels et les invités le 6 décembre 2018. Pour la fête, la Suisse et la France ont fait circuler deux trains inauguraux, l’un à partir de Belfort, dp. 9 h 22 et l’autre de Biel/Bienne, dp. 8 h 31 qui arrivaient alors en même temps à 10 h au quai central de la gare internationale de Delle. Entre les rames SBB RABe 522 206 sur voie 2 et les rames SNCF Z 27599/600 et 27595/96 sur la voie 3 (tête) a eu lieu à 10 h15 le geste inaugural franco-suisse, suivi alors par le dévoilement de la plaque inaugurale et ensuite, dans une tente, les prises de paroles officielles ainsi qu’un cocktail. A 13 h 40, les deux trains ont quitté la gare de Delle pour retourner à Belfort, resp. Biel/Bienne.

Delle, 6-12-2018
Grandvillars, 6-12-2018

Le lendemain, des courses d’essais/instruction avec des rames SNCF ont encore eu lieu. Samedi, 8 décembre, une journée Portes Ouvertes a attiré une grande foule de visiteurs et de voyageurs. Entre Delémont et Belfort tout le monde était invité à voyager gratuitement et découvrir cette liaison réouverte. En Suisse c’était gratuit entre 8 h et 19 h, en France toute la journée. Les trains ont surtout été pris d’assaut le matin par les Français voulant se rendre de Belfort à Delle pour profiter d’une visite en Suisse et des Jurassiens allant redécouvrir Belfort (où on était plus allé depuis longtemps…) Entre Delle et Belfort les trains spéciaux à cadence semi-horaire ont été réalisés avec les rames CFF RABe 522 211 et SNCF Z 27597/98 et 27599/600. Cependant, comme à l’horaire 2019, le train Suisse ne circulait que jusqu’à Meroux (gare Belfort-Montbéliard TGV). Les croisements ont eu lieu à Grandvillars.

Croisement à Grandvillars, 8-12-2018

Rappelons en bref l’histoire de Delle–Belfort: Le début avait été fait par la ligne Montbéliard–Delle, mise en service par le PLM en 1868 et prolongée jusqu’à Porrentruy en 1872. (Chemin de fer Porrentruy–Delle, exploitation par le PLM). La ligne « Directe » entre Belfort et Delle du Chemin de fer de l’EST fut inaugurée en même temps que l’achèvement de la liaison Delémont–Porrentruy en 1877. L’EST utilisait entre Morvillars et Delle l’infrastructure PLM, réglé par un traité entre les deux compagnies en 1875. C’est seulement dans les années 1880 que la section Morvillars–Delle fut mise à double voie, déposée en 1953. Le service régional entre Delle, Belfort et Montbéliard fut supprimé selon la loi de la coordination en 1938.

Dans les années 1950 la Suisse demandait l’électrification de Delle à Belfort (Delémont–Porrentruy–Delle a été électrifié en 1933) et l’étoffement de la desserte Delle–Belfort, seulement parcouru par des trains internationaux et les trains marchandises. Ceci avait finalement amené dans les années 1950 à deux paires d’autorails De Dietrich par jour, mais uniquement les samedis et dimanche, à titre d’essais (marqué ainsi dans les horaires Chaix). Cet essai fut abandonné en 1958. En 1992 les trains voyageurs internationaux avec CC 72000 et 2 à 3 voitures furent supprimés, le service marchandises par Delle en 1996. De 1995 à 2006, la gare de Delle ne fut même plus desservie par des trains CFF en provenance de Delémont. On peut donc constater qu’après 60 ans on est arrivé à ce qu’on eût au moins souhaité officiellement côté Suisse.

Indicateur officiel Suisse, 15. V. – 5. X. 1935

La ligne réouverte est désormais parcourue par 16 aller-retour entre Delle et Belfort, dont les trains suisses se limitent à Meroux (gare TGV Belfort-Montbéliard) et s’arrêtent à titre d’essais pendant 6 mois également à Morvillars, arrêt exigé par cette commune qui se défendait contre une suppression en raison de la durée du parcours!

Le train inaugural le 6-12-2018 en gare de Morvillars

Des gares intermédiaires ont été installées à Danjoutin, Meroux Belfort-Montbéliard TGV, Morvillars, Grandvillars et Joncherey. Le temps de parcours entre Delle et Belfort-Ville se réduit à 25 minutes (auparavant uniquement lignes d’autocar 25 et 3 OPTYMO avec changement et souvent perte de correspondance à Belfort-Montbéliard TGV), entre Belfort-Ville et la gare de TGV à 10 minutes. La ligne réouverte renforce considérablement la part du rail dans les déplacements transfrontaliers et périurbains.

Rame suisse à Meroux (Belfort-Montbéliard TGV), 8-12-2018

Le projet franco-suisse est co-financé par la Région Bourgogne-Franche-Comté (30,9 M€), l’Etat français (30,9 M€), la Confédération Helvétique (24,7 M€), l’Union Européenne (9,2 M€), le département du Territoire de Belfort (5 M€), SNCF Réseau 4 M€), République et Canton du Jura (3,2 M€), Grand Belfort 2,5 M€) et la communauté de Communes Sud Territoire (0,5 M€). Notons qu’avant la 1ère Guerre mondiale, c’était la France, plus spécialement le chemin de fer de l’EST, qui avait soutenu financièrement la construction des lignes Suisses dans le Jura et alors contribué aussi à la réalisation des lignes du Simplon et du Lötschberg.

Delle, 6-12-2018
Delle, 8-12-2018

Toutes les photos: C. Ammann

Un grand merci pour la traduction à Roland MATHYS, RCYB,

22 Dez

Freie Fahrt für die Durchmesserlinie (DML)

ABe 8/12 4004|4104 und 4003|4103 in St.Gallen AB, Foto: 09.12.2018

von Armand Wilhelmi, EMF St. Gallen

In der Nacht 8./9. Dezember 2018 wurde die „Kletterweiche“ in St.Gallen entfernt. Damit hiess es mit Beginn des neuen Fahrplans ab 9. Dezember 2018 freie Fahrt für die durchgehenden Züge Trogen-St.Gallen-Gais-Appenzell. Ein Ereignis, welches Geschichte schreiben wird. Noch nie waren diese beiden Strecken der ehemaligen Trogenerbahn (TB) und der St.Gallen-Gais-Appenzell-Bahn (SGA) miteinander verbunden.

Die Idee eines Zusammenschlusses dieser beiden Streckennetze bestand schon sehr lange. Bis diese Idee umgesetzt werden konnte, mussten einige, grössere Hürden überwunden werden. Jetzt – mit dem 09.12.2018 – ist dieser Zusammenschluss und damit das Jahrhundertereignis Tatsache geworden!

Noch in der Nacht 6./7. Dezember 2018 wurde – nachdem der letzte Be 4/8 verkehrte – die Fahrleitungsspannung von 1000 auf 1500 DCV erhöht (siehe dazu den Blog „Vom Appenzellerland an die Neuenburger Riviera [2]).

Am 7. Dezember 2018 begangen bereits die ersten Vorarbeiten für den Rückbau der Kletterweiche. Es musste der Teerbelag – welcher bis zur Schienenoberkante reichte – wieder entfernt werden. Diese Aufdoppelung des Strassenbelages war unbedingt nötig, damit keine Stolperfallen entstanden. Normalerweise muss eine Kletterweiche nicht unbedingt aufgefüllt werden, wenn sie nicht von Fahrzeugen befahren werden muss oder in einem Fussgängerbereich liegt, wie in St.Gallen.

Eine Kletterweiche – sie wird oft auch als Auflegeweiche bezeichnet – wird temporär, meistens bei Gleiserneuerungsarbeiten im innerstädtischen Bereich, wo Trams/Überlandbahnen verkehren, eingesetzt. Die Kletterweiche wird auf das bestehende Gleis gelegt, um Züge auf ein anderes Gleis umzuleiten. Die Kletterweiche besteht hierzu aus fest miteinander verbundenen Schienenprofilen. Über abgeflachte Enden können die Trams/Züge auf die Behelfsweiche auffahren und so umgeleitet, werden. Bei doppelspurigen Stadtstrecken – wo Schienenoberkante und Strasse das gleiche Niveau haben – geschieht das in den meisten Fällen für den Richtungswechsel von Zweirichtungsfahrzeugen.

Die Kletterweichen sind „Rückfallweichen“, dh. sie können von der stumpfen Seite her „aufgeschnitten“ werden.

Das Foto (oben) zeigt eine solche Kletterweiche in der Kreuzbühlstrasse in Zürich während dem Umbau des Stadelhoferplatzes im Sommer 2009 (3 Fotos 16.07.2009). Der Streckenabschnitt vom Stadelhoferplatz bis Rehalp, bzw bis Esslingen war durch diesen Umbau vom übrigen Schienennetz der Stadt abgetrennt. Es betraf dies die Linie 11 der Verkehrsbetriebe der Stadt Zürich (VBZ) bis Rehalp und die S18 der Forchbahn (FB) bis Esslingen. Vom Bahnhof Stadelhofen bis Rehalp benützen die VBZ und die FB das gleiche Gleis. In Rehalp besteht für das Tram eine Wendeschleife.

Da die VBZ über keine Zweirichtungsfahrzeuge verfügten, sprang die Forchbahn ein und bediente mit Zusatzkursen alle Haltestellen der VBZ-Linie 11 bis Rehalp. Die etwas verdeckte weisse Tafel zeigt auf der anderen Seite Vmax 10 an, die Geschwindigkeit, mit welcher die Weiche maximal befahren werden darf.

Diese Kletterweiche wurde 2013 angefertigt. Zuerst wurde sie zwei Mal im Bereich der Haltestelle Spisertor verwendet: am Burggraben und in der Linsebühlstrasse. Vor zwei Jahren, am 24.11.2016, wurde sie auf der Ostseite des AB-Bahnhofes St.Gallen verlegt, bzw eingebaut und am 11.12.2016 mit dem Fahrplanwechsel in Betrieb genommen. Bis zu diesem Fahrplanwechsel endigten die Züge der TB-Linie vor dem Restaurant Dufour in der Bahnhofstrasse. Seit zwei Jahren konnten die Züge aus Trogen – über diese Kletterweiche – wieder ins Gleis 12 einfahren. Die heutige Doppelspur über den Bahnhofplatz wurde bereits 2016 betriebsbereit verlegt und das im Zuge der Neugestaltung des Bahnhofplatzes St.Gallen.

Da die Kletterweiche bereits zwei Einsätze hinter sich hatte, war man bei den Appenzeller Bahnen froh, dass sie – nach zwei Jahren intensiver Benützung – bis zum Schluss durchgehalten hat. Sie hatte nun ihre Lebensdauer erreicht und wird nicht mehr weiter verwendet, sie hat nur noch Schrottwert.

Im Laufe des Samstagabend, 08.12.2018, wurde weiter an der Freilegung der Gleisverbindung mit der Weiche gearbeitet.

Um 0:20 Uhr fährt in der Nacht 08./09.12.2018 zum letzten Mal ein Zug über die Kletterweiche in St.Gallen ins Gleis 12 ein. Es handelt sich um die S21 4239. Alles ist bereit um das Verbindungsgleis mit der Kletterweiche nach genau zwei Jahren intensiver Benützung wieder abzubauen, damit eine durchgehende Doppelspur entsteht.

Zug 4004 steht abfahrbereit im Gleis 12 (Be 8/12 4007|4107). Pünktlich um 0:25 Uhr verlässt er St.Gallen. Kaum ausgefahren, beginnen sofort die Rückbauarbeiten.

Da sich die meisten Befestigungsmuttern nicht mehr lösen liessen, musste mit einer Trennscheibe nachgeholfen werden.

Die ersten, gelösten Schienenstücke werden weggebracht.

Vorstehende Schrauben müssen ebenfalls bündig abgetrennt werden.

Schon bald sind die letzten Schienenstücke aus der Verankerung gelöst.

Ein nicht mehr benötigtes Signal wird entfernt.

Der Turmwagen der VBSG (Verkehrsbetriebe der Stadt St.Gallen) und eine Hebebühne von Kummler+Matter sind angekommen. Nachdem der Strom in diesem Bereich abgestellt wurde, kann jetzt die nicht mehr benötigte Fahrleitung (Querverbindung) entfernt werden, inkl. der diversen Abspannseile zu den angrenzenden Gebäuden oder Masten.

Das zweitletzte Schienenstück wird weggehoben.

Die demontierten Schienenstücke werden auf einen Anhänger verladen.

Das letzte Schienenstück wird angehoben und verladen.

Hochbetrieb bis am Schluss. Doch alle Arbeiten werden ruhig und ohne Hektik ausgeführt. Man sieht, hier sind Profis am Werk!

Die Kletterweiche ist vollständig abgebaut.

Das Haltsignal und die beiden Hemmschuhe im Gleis 11 können schon bald entfernt werden.

Es ist jetzt Sonntag, 9. Dezember 2018. Die ersten Tangos rollen seit Betriebsbeginn planmässig über die beiden durchgehenden, weichenfreien Gleise.

Damit ist die langersehnte Durchmesserlinie (DML) ganz still und leise eröffnet worden. Nur noch Spuren am Boden zeugen von dieser Gleisverbindung, die noch bis vor wenigen Stunden zuvor bestanden hat.

Mit der Eröffnung der Durchmesserlinie musste auch der Fahrplan angepasst werden. Für die Strecke Appenzell-Gais-Teufen-St.Gallen-Trogen gibt es nur noch das Fahrplanfeld 855. Diese beiden ehemaligen, getrennten Strecken wurden in einem einzigen Fahrplan zusammengefasst.

Die durchgehenden Züge Appenzell-St.Gallen-Trogen (im Halbstundentakt) werden als S21 bezeichnet. Die zusätzlichen Züge, welche Mo-Fr zu den Hauptverkehrszeiten (HVZ) zwischen Trogen und St.Gallen, bzw ab 18.03.2019 bis nach Teufen verkehren, werden als S22 bezeichnet. Damit entsteht Mo-Fr zu HV-Zeiten ein Viertelstundentakt. Bis 18.03.2019 sind dann auch alle 11 Tangos abgeliefert.

Alle Fotos: A. Wilhelmi

30 Nov

Motorwagen BFe 4/4 491 für die Strecke Bellinzona-Mesocco der RhB

(Foto: Hansruedi Ryffel)

Nach der Übernahme der BM durch die RhB stellte man fest, dass ein umfänglicher Restaurierungsprozess der Infrastruktur und des Rollmaterials im Misox unumgänglich war. Das Rollmaterial bestand noch fast ausschliesslich aus Fahrzeugen der ersten Betriebsjahre der Bahn. Obwohl das Rollmaterial für den relativ schwachen Verkehr durchaus reichte, so entsprachen die Streckenhöchstgeschwindigkeit und die Ausstattung der Linie nicht mehr den damaligen Bedürfnissen. Für Neubeschaffungen fehlten der RhB aber die Finanzierungsmittel, so dass man die vorhandenen Triebwagen modernisierte.

(Foto: Archiv RhB)

Bei der Beschaffung von sechs neuen Gleichstromtriebwagen für die Arosabahn wurde eine abgeänderte Version dieser Einheitstriebwagen für die Misoxerlinie konzipiert. Zwei der neuen ChA-Triebwagen wurden so ausgerüstet, dass diese auch auf der Misoxerlinie eingesetzt werden konnten. Dies war gut durchdacht, da man Kosten sparte und die Triebwagen während der Sommersaison auf die BM verlegen konnte. Während den Wintermonaten herrschte auf der ChA Hochbetrieb, weshalb man die Triebwagen wieder auf der eigentlichen Stammstrecke benötigte.

Die allgemeine Verkehrszunahme (Rollschemelverkehr) und die in Aussicht stehenden Kraftwerkbauten machten es dann doch notwendig, zusätzlich zu den beiden für die Strecken Chur-Arosa und Bellinzona-Mesocco eingerichteten neuen Motorwagen ABFe 4/4 483’’ und 484’’, einen ganz der Strecke Bellinzona-Mesocco zur Verfügung stehenden Motorwagen anzuschaffen. Es war möglich, an die im Bau befindliche Motorwagenserie ABFe 481’’-486’’ ein weiteres Fahrzeug anzuschliessen. Da das neue Fahrzeug vorerst vorwiegend im Güterverkehr (Zementtransporte, Rollschemelverkehr) eingesetzt werden soll, wurde nur eine beschränkte Anzahl Sitzplätze, dafür aber ein grosses Gepäckabteil eingebaut. Alles war jedoch so vorbereitet (Wagenkasten, Fenster, Heizung usw.), dass ein weiteres Personenabteil mit 16 Sitzplätzen eingerichtet werden konnte. Im weiteren wurden die elektrischen und pneumatischen Einrichtungen so disponiert, dass eine allfällige Verwendung auch auf der Strecke Chur-Arosa ohne grosse Umbauten möglich gewesen wäre.

(Foto. Rolf Rütimann)

Mit dem Bau des Motorwagen BFe 4/4 491 im Jahre 1958 wurden die gleichen Firmen betraut, die schon die Motorwagen-Serie ABFe 4/4 481’’-486’’ in Auftrag gehabt haben, d.h. die Firmen: Schweizerische Wagonsfabrik Schlieren, S.A. des Ateliers de Sécheron, Genf und A.G. Brown, Boveri & Cie., Baden.

Die Drehgestelle mit Zug- und Stossvorrichtungen sind genau gleicher Bauart wie diejenigen der Motorwagen ABFe 4/4 481’’-486’’. Auf die 1. Klasse wurde ganz verzichtet, die 2. Klasse wurde auf ein kleines Abteil mit 16 Sitzplätzen reduziert.

Auf den Einbau von weniger benötigten Komponenten wie Nutzstrombremsen, Vielfachsteuerung und Fernsteuerung wurde verzichtet. Dieser Triebwagen war das Rückgrat der BM und sozusagen ein Multifunktionalfahrzeug und ersetzte den verunfallten Gütertriebwagen De 4/4 471.

(Foto: Rolf Rütimann)

Kurz nach der Inbetriebsetzung des Wagens 491 stellte sich heraus, dass die Kompressoren zu schwach konzipiert waren. Erst nach langem Nachpumpen konnten festgebremste Züge wieder anfahren. Die Werkstätte Mesocco baute kurzerhand einen zweiten Kompressor ein. Im Übrigen bewährte sich das Fahrzeug im Misox ausserordentlich. Bis 2003 befand sich das Fahrzeug im Eigentum der Rhätischen Bahn. Danach ging es an die Museumsbahn Ferrovia Mesolcinese, die auf dem verbliebenen Reststück der BM einen Museumsbahnbetrieb aufrecht erhielt. Seit 2013 steht der Triebwagen abgestellt im ehemaligen Depot Grono und wartet auf seinen nächsten Einsatz bzw. auf eine bessere Zukunft.

(Quellen: RhB-Nachrichten, Archiv RhB, Bellinzona-Mesocco-Bahn von Rolf Rütimann, Briefe Eisenbahnabteilung Bern)

24 Okt

Eisenbahn-Impressionen Bulgarien (1)

Von José Banaudo

Vom 4. – 18. September besuchte ich per Mietauto den Süden Rumänien und machte vom 11. – 15. September einen Abstecher über die Donau nach Bulgarien, vor allem zum Besuch der schmalspurigen Rhodopenbahn.

Bulgarien ist wie Rumänien ein sehr interessantes Land mit wunderschöner Landschaft. Die Verständigung war aber schwieriger, nicht zuletzt wegen der kyrillischen Schrift. Nachfolgend ein erster Teil meiner Bahn-Impressionen aus Bulgarien.

Der Eisenbahnbetrieb der Staatsbahn BDZ БДЖ erschien im Vergleich zu Rumänien viel weniger lebhaft als nördlich der Donau. Sogar in den Bahnhöfen der wichtigsten Städte waren die grosszügigen Anlagen fast verwaist und leer. Es verkehren wenig Personenzüge, meist verschmiert mit den allgegenwärtigen Graffitis. Die ebenfalls seltenen Güterzüge fahren vor allem nachts.

Eine Karte aus dem BDZ-Kursbuch 1984/85. Noch fehlt der neue Übergang Calafat – Vidim. Über den gegenwärtig geschlossenen Übergang Kardam – Negru Voda (die Donau verläuft dort weit nördlich) fuhren einst die Züge Bukarest -Varna und Moskau – Odessa – Varna.

Wegen der nicht immer guten Beziehungen zu den Nachbarländern Rumänien, Türkei und Griechenland, einer Wirtschaft mit wenig Industrie und seiner Lage am Rande Europas rollt kaum ein wichtiger Gütertransit über die Schienen Bulgariens.

Unsere Rundreise begann frühmorgens am 11. September auf der Fähre, die Bechet (Rumänien) mit Orjachovo (Bulgarien) verbindet. Die Donaufähren spielen nach wie vor eine wichtige Rolle, denn es existieren nur zwei Bahn-/Strassenbrücken zwischen Rumänien und Bulgarien: flussaufwärts der Übergang Calafat /Vidin (seit Juni 2013, sh. EA 9/13 und 2/14 – Europa), flussabwärts Giurgiu/Russe.

Wir benützen eine etwas spezielle Fähre mit Doppelrumpf und Verbindungsbrücke. Die roten Sterne bestätigen die sowjetische Herkunft. Etwas beunruhigender ist der Name der Fähre «Pripyat I». Pripyat heissen der Fluss und die Geisterstadt beim ukrainischen Unglücks-AKW Tschernobyl.

Zwei Personenzüge, gezogen von Škoda-Elektroloks aus der damaligen Tschechoslowakei kreuzen sich im Bahnhof Mesdra (Мездра). Links der Zug nach Tscherven Brjag mit der 44.078 (Serie von 1975-80) und rechts der Zug nach Sofia mit der 43.309 (Serie von 1971-74).

Im Zentralbahnhof SOFIA CENTRALNA GARA steht die Škoda-Lok 45.176 an der Spitze eines Expresszugs nach Varna. Die Serie 45, gebaut 1982-83, bildet die modernste Version der bulgarischen Skoda-Loks. Obwohl wir im Bahnhof der Hauptstadt sind, herrscht auf den Perrons fast gähnende Leere.

Die 86.013 von DB Cargo Bulgaria, hier am 12. September im Bahnhof Septemvri, ist eine Lok des Typs EA der dänischen Staatsbahn DSB, gebaut 1992 von ABB Scandia. Als die Deutsche Bahn unter dem Namen Railion den Güterverkehr der dänischen Bahnen übernommen hatte, sandte sie einige dieser Maschinen zu ihren Filialen nach Rumänien und Bulgarien.

Am 14. September ist die Škoda-Lok 44.090 aus den Jahren 1975-80 in Plovdiv abfahrtsbereit vor einem Expresszug nach Burgas. Die Lok ist in sehr gepflegtem Zustand, ein Wagen aber mit den überall auf dem Reisezugsmaterial anzutreffenden Graffitis verschmiert.

Der dreiteilige Siemens „Desiro“ 30.023 / 024 aus Sofia kommt im modernen Bahnhof von Karlovo an. Diese in den Nationalfarben Bulgariens lackierten Fahrzeuge werden systematisch mit Graffitis bedeckt, einige sogar „flächendeckend“.

Die Škoda-Lok 44.001 in blauer Lackierung, durchfährt mit einem Zug Burgas -Sofia den Bahnhof Botev. Diese Lok ist übrigens nicht die erste der Serie, sondern die umgebaute 44.104, welche diese Nummer erhielt.

In Botev ist der Bahnverkehr so bescheiden, dass der berittene Hirt in Ruhe seine Büffel- und Kuhherde über die Gleise einer der wichtigsten Eisenbahnlinien Bulgariens treiben kann.
Am Morgen des 15.September hält ein schwerer Zug mit offenen Güterwagen im kleinen Bahnhof Petko-Karavelovo an der Linie Russe – Gorna Orjahovitsa. An der Spitze die Škoda-Lok 44.164, am Schluss als Schiebelok die 44.184.

Ein Regionalverkehrszug Russe – Gorna Orjahovitsa, gezogen von der Škoda-Lok 44.111, fährt nach kurzem Zwischenhalt im Bahnhof Byala ab.

Am Südufer der Donau ist der Hafen von Russe ein traditioneller Etappenhalt im Austausch zwischen Europa und dem Nahen Osten. Die Reisenden des Orient-Express überquerten hier den Fluss mit einer Fähre, um in den Zug nach Varna oder Istanbul umzusteigen. Als 1954 die Fähre durch die gemischte Strassenbrücke «Freundschaft» ersetzt wurde, entstand auch ein neuer Bahnhof in monumentalem, neoklassizistischem Stil. In seiner prunkvollen Halle, die an die Moskauer Metro erinnert, herrscht aber meist Stille. Denn der Bahnverkehr mit Rumänien beschränkt sich auf zwei tägliche Zugpaare, wovon eines in der Nacht.

Ein bescheiden kurzer Zug für den so grossen Bahnhof Russe! Die Škoda-Lok 44.109 steht vor einem Regionalverkehrszug nach Gorna Orjahovitsa, einem wichtigen Eisenbahnknotenpunkt nördlich der historischen Stadt Veliko Tarnovo.

Fotos: J. Banaudo

Übersetzung: Chr. Ammann

Es sind in loser Folge weitere Blogs über diese faszinierende Reise durch Rumänien und Bulgarien vorgesehen.

17 Okt

Wiedersehen mit der “Ligne 4”

Nachtzug 468 aus Chur – Zürich HB am Morgen des 27. August 2006 nach Ankunft in Paris Est. Hinter der 172 172 – vermutlich wegen einer Überfuhr – eine zweite CC 72000.

Bis 10. Juni 2007 führte der Weg von Zürich nach Paris über die „Ostbahn“ Basel – Belfort – Chaumont – Troyes. Der TEE, später EC Arbalète, die andern Schnellzügen und der Nachtzug 468 fuhren über die sogenannte „Ligne 4“. Zwischen Belfort und Gretz-Armainvilliers im Osten der Pariser Banlieue fehlte die Fahrleitung (und fehlt sie noch bis heute). So oblag die Traktion am Schluss den imposanten CC 72000.

BB 68021 am 24. Mai 2000 in Bar-sur-Aube

Bei meiner ersten Reise im Frühling 1970 fand ich die Fahrt langsam, lange und langweilig. Ich erinnere mich an eine BB 67000 und einen Heizwagen. Später fielen mir immer mehr faszinierende Details auf, in einer unspektakulären aber doch sehr reizvollen Landschaft: Spontan denke ich etwa an die Stadt Langres auf dem Hügel, an spektakuläre einstige oder bestehende Abzweigungen mit Streckendreiecken, das Aufschlitzen des Tunnels von Grattery, eine fast unendliche Kolonne ausrangierter Güterwagen auf einer Überwerfung in Verneul-sur-l‘Etang, die Alstom-Fabrik in Belfort und natürlich den grossen Viadukt von Chaumont. Und dann die imposante Telegraphenleitung.

Der Viadukt von Chaumont, 600 m lang und 52 m hoch, 50 Bogen, erbaut 1855-56. Foto vom 24. Mai 2000.

Im Juni 2007 änderte alles: Nun kam der von vielen langersehnte TGV Zürich – Paris. Erst fuhr er über Strasbourg und die TGV-Nord-Strecke weiterhin nach Paris Est, seit 2011 über den TGV Rhin-Rhône nach Paris Gare de Lyon. Damit geht die Fahrt zwar wieder über die Strecke Mulhouse -Belfort , allerdings nur bis vor den einstigen französischen Grenzbahnhof Petit Croix (1871 – 1918), worauf der TGV in die Hochgeschwindigkeitsstrecke Richtung Dijon – Paris Gare de Lyon einbiegt.

Schnellzug aus Paris Est bei der Durchfahrt in Lusigny,  24. Mai 2000

Im Sommer 2018 hatte ich Gelegenheit, nach über 10 Jahren wieder einmal auf die „Ligne 4“ zurückzukehren. Auf der Fahrt von Belfort nach Champagney am 19. Juli kam es zum Wiedersehen mit dem Teich von Honeywell Bull und der Alstom-Fabrik, dann folgte Bas-Evette mit der Abzweigung nach Giromagny.

Bas-Evette – typisches Ostbahngebäude, Foto 19. Juli 2018

Später ging es durch den 1250 km langen Tunnel „La Challière“, (PK 429.050 – PK 430.300)

Ostportal des Tunnels “la Challière”. Man beachte die Telegraphenmasten, die den Hügel “überqueren”!

Dann folgt die Station Champagney mit ihrem „modernen Bahnhof“.

Das ursprüngliche Aufnahmegebäude von Champagney sah so aus wie der Jouef-Modellbahnhof Lusigny. Es fiel Bombardementen im Juli/August 1944 zum Opfer, die nach der Landung der Alliierten am 6. Juni den deutschen Nachschub an die Normandie-Front unterbinden sollten.

Das Aufnahmegebäude Lusigny am 24. Mai 2000.

Eine “Baleine” X 73500 aus Belfort hält in Champagney, 19. Jui 2018

1906 zählte Champagney nur 1911 Einwohner, heute 3861. Der Streckenabschnitt Belfort – Vesoul wird von einigen Regionalzügen bedient, im Gegensatz zum nachfolgenden, langen Streckenabschnitt zwischen Vesoul – Longueville, wo der Regionalverkehr mit Bussen abgewickelt wird.

Autorail der Serie X 73500 aus Vesoul bei der Einfahrt in Belfort, 17. Juli 2018

Am 2. September 2018 folgte der nächste Besuch auf der “Ligne 4”: Jussey, einstiger Abzweigbahnhof zwischen Vesoul – Port d’Ateliers-Amance und Culmont-Chalindrey. Hier zweigte ab 1886 eine zeitweise doppelspurige Verbindung über Passavant nach Epinal ab, mit Anbindung an die Ligne 4 Richtung Vesoul und Richtung Paris. Doch das ist längst Geschichte. Und heute halten in Jussey auch für die Ligne 4 nur noch Autobusse.

Bahnhofplatz Jussey – gähnende Leere an einem Sonntagvormittag.

1906 zählte Jussey 2323 Einwohner, heute sind es noch 1815. Doch schon 1906 hatte man in jener Gegend einen Bevölkerungsrückgang seit 1870 beklagt.

Bahnhof Jussey, Département Haute-Saône: 35 km von Vesoul, 50 km von Langres und 347 km von Paris entfernt, 221,805 m über Meer.

Anfangs September wurde das praktisch leerstehende Aufnahmegebäude Jussey renoviert. Foto 2. September 2018

Französisches Eisenbahn-Stilleben am Bahnhof Jussey. Links dieTelegraphenleitung, rechts die doppelspurige Strecke Richtung Paris Est. Beim Bahnübergang steht in einem ehemaligen Eisenbahnergarten ein Pfirsichbäumchen.

Von der einstigen Gleisanlage des Abzweigbahnhofs sind nur noch die zwei Durchfahrgleise der vor 160 Jahren eröffneten “Ligne 4  in Betrieb.

Allerdings: Heute fahren zumindest zwischen Belfort und Paris Est täglich 5 TER-Zugpaare mit einer Fahrzeit von rund 4 Std. Dank modernen Zweikrafttriebzügen (Coradia Liner von Alstom) bedienen sie mehr Bahnhöfe als früher, ohne dass die Reisezeit verlängert wurde. Zwischen Mulhouse und Belfort (für die bereits in Mulhouse beginnenden oder endenden Züge) und zwischen Gretz-Armainvillier und Paris Est fahren sie elektrisch. Vielleicht doch eine Gelegenheit, um der “Ligne 4” erneut einen Besuch abzustatten?

Alle Fotos: C. Ammann

 

24 Aug

Bahnhofsrundgang – eine Zeitreise der Eisenbahn auf dem Bahnhofsgelände des DVZO in Bauma

Nachdem sich der Prototyp des Bahnhofsrundgangs während dem Freilichtspiel «Spinnen im Neuthal» der Zufriedenheit zahlreicher Besucher erfreut hat, steckte das Projektteam diesen Frühling umfangreiche Arbeiten in die permanente Installation der Hinweistafeln. Hierfür wurden in der Werkstatt Bauma neue Rahmen geschweisst und durch den routinierten Bautrupp der DVZO-Infra verbaut.

Neben den wetterfesten Infotafeln bereichern zwei Audiostationen den Rundgang. Die Künstlerin Iris Rennert hat hierfür verschiedene Gespräche mit DVZO-Mitgliedern geführt und das Ambiente an einem Fahrsonntag mit dem Mikrofon eingefangen. Die Besucher können die Klangfeatures über ein umgebautes SBB-Streckentelefon hören. Mit ihren Erfahrungen bei der Realisierung der Audio- und Medieninstallation im Bahnmuseum Albula konnte Sie bei der Umsetzung einer Etappe des Projekts «erlebbares Kulturerbe» entscheidend mithelfen.

Der nunmehr ergänzte Rundgang wird am Fahrsonntag vom 2. September 2018 erstmals vollständig zugänglich sein.

19 Aug

Le petit train du parc du Château de Karlsruhe (Schlossgartenbahn)

Dans le domaine des trains et transports urbains, Karlsruhe est surtout connu pour son « modèle de Karlsruhe » le premier système de tram-train. Une autre attraction ferroviaire bien différente de l’ancienne capitale du Grand-Duché de Bade est le «Schlossgartenbahn», un train Decauville (écartement à 600 mm) qui y fait sa ronde à travers le vaste parc anglais du château, mais également à travers le bois du Fasanengarten.

Le petit train passe devant la Fontaine du cerf “Hirschbrunnen”

La création de ce petit train remonte à la Bundesgartenschau (Floralies de Karlsruhe) du 18 avril au 23 octobre 1967 à Karlsruhe. Pour transporter des visiteurs à travers l’exposition du parc du château, une entreprise privée avait réalisé un parcours circulaire de 2,5 km avec une gare à 2 voies située près du jardin botanique. 4 rames, dont chacune possédait une couleur distincte aux couleurs rouge, jaune, bleu clair et bleu foncé et avec publicité (par exemple, REWE pour le train rouge), se trouvaient en service. En gare, une rame avec locomotive et 3 voitures ouvertes pouvait être garée, un petit dépôt servait pour l’entretien et des réparations urgentes.

Dans une époque passionnée par la motorisation et l’automobile, les locomotives à deux essieux et à essence arboraient un design Porsche. Le constructeur Sollinger Hütte à Uslar utilisait des éléments DKW 3=6 pour la carrosserie, proche du design de la Porsche 356. En même temps, ces rames rappelaient aussi les rames TEE de la série DB 601 de cette époque. A noter que ces locomotives Porsche, dont 14 exemplaires ont été construits, devenaient pour presque 20 ans l’image de marque des petits trains des expositions horticoles allemandes.

A la fin de l’exposition de Karlsruhe, le démantèlement du petit train était prévu, mais dans une ville visiblement passionnée depuis des décennies pour le rail, pas question! Grace à l’engagement du maire, le train d’exposition restait dans le Schlossgarten. L’homologation fut obtenue, un nouveau dépôt dû être construit en 1970 à l’extérieur des jardins familiaux et la publicité sur les rames fut supprimée.

Et déjà une nouvelle attraction se préparait. Un conducteur d’automotrice de tramways, Manfred HALLE, avait découvert et racheté en 1967 dans une entreprise de construction près de Mannheim, une locomotive du type Riesa (Henschel & Sohn, No. 24506/1939). Initialement destinée pour la construction des autoroutes du 3ème Reich, elle servait quelques années plus tard au chemin de fer servant à l’évacuation des débris de la guerre à Heilbronn. Karlsruhe disposait d’un réseau identique, mais à l’écartement de 900 mm (avec des petits embranchements de 600mm pour des petits locotracteurs ou transport à main). L’idée de faire circuler cette machine au Schlossgartenbahn ne fut pas l’objectif principal. Toutefois, elle fut tellement passionnante que le propriétaire était prêt à surmonter les obstacles pour obtenir l’homologation délivrée à l’époque par le ministère de l’intérieur.

Ainsi à partir de 1968, la machine, baptisée GREIF et repeinte en noir, rouge et vert, fît son apparition sur le p’tit train. Pour commencer elle circula haut-le-pied, comme simple attraction, entre les trains voyageurs, tout en respectant une distance de sécurité de 20 m. Elle n’avait pas encore de tender, les réservoirs d’eau furent enlevés, un « chasse buffle» installé et la cabine aménagée pour permettre une bonne vue, pour des raisons de sécurité. Après avoir été équipé d’un frein à air comprimé, elle tractait aussi les rames à voyageurs à partir de 1973. Extérieurement, la locomotive mutait progressivement de l’ancienne loco des débris au « look» américain. Une cheminée Kobel avec pare-étincelle fut montée. La transformation au chauffage à bois en 1970 nécessitait un tender, que M. HALLE construisit en utilisant des bogies de « lorries » et même des barres d’appuis de vieux tramways.

En 1988, le réseau fut racheté par les Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK). Le directeur de l’époque, Dieter LUDWIG, n’était pas seulement l’inventeur du tram-train de Karlsruhe, qu’il allait réaliser à partir de 1992, mais, durant son temps libre, également le chef d’exploitation du petit train depuis 1981, même lorsque celui-ci appartenait encore au Kleinbahnbetriebe GmbH.

La reprise par les VKB fut suivie par une modernisation et consolidation continuelle dans les domaines de l’infrastructure et du matériel roulant. Des trains « Porsche » d’origine, il ne restait, dès 1974, uniquement le train jaune à Karlsruhe, repeint dans une livrée multicolore. Pour remplacer la loco Porsche à bout souffle, une locomotive industrielle diesel-mécanique, sans cabine (Type C60, Gmeinder Mosbach 1955) fut rachetée dans une tuilerie à Nussdorf. Elle fut reconstruite dans les ateliers VBK, transformée en engin moderne avec une cabine spacieuse pour 3 personnes, livrée rouge, No. 60, poids 5,2 t, puissance de 37 kW (50 ch). Pour réaliser un bon ensemble, les voitures furent repeintes en rouge et vert. Une 4ème voiture fut construite en 1991 chez Mühlhäuser, une entreprise spécialisée de trains à voie étroite pour la construction de tunnels.

En 2002, un nouveau dépôt-ateliers fut construit au Aha-Weg qui abrite désormais aussi la locomotive à vapeur, toujours propriété de M. HALLE. La gare fut également modernisée.

En 2015, une 5ème voiture voyageurs fut rachetée à l’entreprise Intamin. On put ainsi composer des rames à 3 ou 4 voitures. Cependant, les rames à 4 voitures peuvent seulement être remorquées par la locomotive à vapeur GREIF, la loco la plus puissante du Schlossgarten.

La GREIF avec un train de 4 voitures traverse la tranchée dénommée «Liebliches Tal » (vallée mignonne)

.En 2016 la locomotive GREIF fut rachetée par Marco Müller et Steffen Waidelich, créant l‘entreprise Müller & Waidelich GbR. Ainsi après le grand engagement de M. Halle depuis 1967, la GREIF passa en mains de jeunes passionnés. Elle continue à circuler pour les VBK les dimanches et jours fériés. Un supplément vapeur aide à couvrir les frais d’exploitation et l’entretien de la belle machine. Elle peut surprendre ou peut-être pas tellement plaire aux „historiens“, mais elle est une vraie locomotive à vapeur et non pas un jouet qui fonctionne au diesel ou avec des batteries.

En 2017 la locomotive Porsche fut restaurée dans les ateliers VBK et repeinte en jaune.

En automne 2016, la GREIF a reçu une première fois la visite d’EMMA. Cette machine 020 (Orenstein & Koppel, Berlin Drewitz, 1921, No. 9244) est normalement stationnée chez les passionnés de la vapeur Decauville de Francfort. (Frankfurter Feldbahnmuseum). Pour le plus grand plaisir des passionnés, cette expérience sera répétée en automne 2018. Le 23 septembre, ainsi que les 3, 14 et 28 octobre, les locomotives GREIF et EMMA circuleront ensemble avec des trains dans le Schlossgarten et à travers le Fasanengarten, qui rappelle un petit peu, l’ambiance des chemins de fer forestiers!

Terminons avec une des rares photos avec un paysage enneigé, réalisée le 18 mars 2018  par Stephan VIEL. La veille on avait effectué avec succès des courses d’essais avec les roues reprofilées. Comme la nuit il avait neigé, on en profita pour faire une sortie dans le parc enneigé. un évènement inoubliable

Caractéristiques de la locomotive GREIF

  • Type: 020 (Bn2t) Riesa
  • Année de construction: 1939
  • Constructeur: Henschel & Sohn Kassel
  • Écartement: 600 mm
  • Puissance: 70 cv
  • Vitesse maximale: 25 km/h
  • Poids loco + tender: 15 t
  • Capacité d’eau du tender: 1650 l
  • Réserve de bois: 4 m3 (hêtre et chêne)
  • Surface de chauffage: 22,3 m2
  • Pression maximale de la chaudière: 12 bar
  • Diamètre du cylindre : 250 mm
  • Course du piston: 300 mm
  • Diamètre des roues: 650 mm
  • Empattement: 1400 mm
  • Charge maximale: 400 t
  • Nouvelle chaudière en 1992

 

Un grand merci pour la traduction à Roland MATHYS, RCYB,

Informations: https://www.karlsruhe-tourismus.de/geschichten/erlebnis/schlossgartenbahn

https://www.kvv.de/freizeit/freizeitbahnen/karlsruhe/schlossgartenbahn.html

Photos (sauf “photo enneigée”): Christian AMMANN les 17 – 8 – 2016, 17 – 8 – 2017 et 20 – 8 – 2017

Bibliographie: Die Schlossgartenbahn in Karlsruhe     Mit Porsche, Dampf und Diesel, Publication privée de Stephan Viel (Modell- und Eisenbahnfreunde Karlsruhe e.V.)

 

 

 

26 Jul

Historische Züge auf der RhB

Seit 10. Mai und noch bis 28. Oktober führt die RhB täglich zwei Zugpaare mit historischem Rollmaterial auf der Strecke Davos – Filisur und zurück. Zum Einsatz gelangt normalerweise eine der zwei verbliebenen Krokodilloks Ge 6/6 414 und 415 und gelegentlich die Ge 4/4 ‘ 602. Dazu kommt ein währschafter Zug mit historischen Wagen, welcher heute (26. Juli) nicht weniger als 4 Personenwagen, 2 Aussichtswagen und 2 Güterwagen umfasste. Erfreulicherweise war der Zug für einen Wochentag äusserst gut besetzt.

Der stattliche Zug auf dem Wiesener Viadukt, mit 89 Meter Höhe und 210 Meter Länge das höchste Viadukt der Rhätischen Bahn.

Im wunderschön restaurierten Erstklasswagen A 1102 aus dem Jahr 1903 ist Komfort angesagt, wie man ihn heute sonst nirgends mehr findet!

Einmal mehr legt sich der Zug zum Fotografieren schön in die Kurve

Der Zug mit der prächtigen CC Lok ist in Davos Platz angekommen.

Im Gegensatz zu den heutigen Pendelzügen muss hier umfahren werden.

Nun wird der Zug weggestellt, um dann am Nachmittag ein weiteres Zugpaar nach Filisur zu führen.

Sehr erfreulich ist, dass der Nostalgiezug zu einem Riesen-Erfolg geworden ist. Gemäss Aussagen des pensionierten Bahnhofvorstandes von Davos, welchen ich zufällig im Zug getroffen habe, hat sich das Passagieraufkommen auf dieser Strecke dank dem Nostalgiebetrieb um sage und schreibe 300% erhöht! Die Revisionskosten für das eingesetzte Rollmaterial haben sich also mehr als gelohnt und nebst den zusätzlichen Billeterträgen hat die RhB einen echten PR-Hit gelandet. Hoffentlich führt dies auch zu ähnlichen Angeboten in folgenden Jahren!

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