19 Okt

Adieu Appenzellerland – Servus Tirol! (1)

S22 am 27.09.2014 in Riethüsli, auf dem alten, am 2. April 2018 geschlossenen Trassee der AB. An der Spitze der ABt 111, am Schluss der BDeh 4/4 11 „St.Gallen“. Beide Fahrzeuge befinden sich bereits heute in Jenbach.

Text und Fotos von Armand Wilhelmi, EMF St.Gallen,

Bereits im Juni 2018 wurden die beiden BDeh 4/4 11 & 12 nach Jenbach zur Achenseebahn überführt. Am Mittwoch, 17. Oktober 2018 wurde nun der erste Steuerwagen – der ABt 111 – mit einem Tiefladewagen von Gais nach Jenbach gebracht.

 Der Verlad fand am Morgen früh noch in der Morgendämmerung statt. Um 07:30 Uhr traf pünktlich das Spezialfahrzeug für Schwertransporte ein. Dieser Tiefladewagen ist ausgerüstet mit Schienen für Meterspurfahrzeuge.

Zwischen dem Zugfahrzeug der Transportfirma Emil Egger AG und dem Sommerwagen By 251 erkennt man den „Tango“ ABe 8/12 4103|4003, bereit für eine Dienstfahrt nach Speicher.

Vorbereitung zum Abkuppeln des Zugfahrzeuges

Jetzt können die Spezialschienen angebracht werden, welche als Auffahrrampe dienen.

 

Zum allerletzten Mal schiebt der Tm 2/2 97 den ABt 111 auf AB-Schienen.

Das Fabrikationsschild mit Angabe des Baujahrs: 1981.

Mit der Stahlseilwinde des Zugfahrzeuges wird der Steuerwagen langsam auf den Tieflader gezogen. Anschliessend wird das Fahrzeug mit Ketten und Keilen gesichert. Die vier Türen des ABt werden ebenfalls so blockiert, damit sie sich während der Fahrt nicht öffnen können, da die Druckluft fehlt.

Die Hilfsschienen (Auffahrrampe) werden wieder entfernt und das Zugfahrzeug verbringt mittels Hydraulik den Tieflader wieder in seine richtige Transporthöhe. Anschliessend wird nochmals genau vermessen: Gesamthöhe ab Strasse und grösste Breite.

Zwei Vertreter der Achenseebahn sind extra angereist, um den Transport eines ihrer zukünftigen Fahrzeuge miterleben zu können.

Rechts im Bild der BDeh 4/4 15, der Höhe wegen bereits ohne Stromabnehmer. Bis gegen Ende Oktober 2018 wird auch dieser Triebwagen in seine zukünftige Heimat überführt.

Alles ist bereit zur Abfahrt: Das Begleitfahrzeug der Firma Mare macht die Spitze. Auf dem Dach sind diverse Warnsignale eingeschaltet, bzw. hochgeklappt, welche die entgegenkommenden Fahrzeuge warnen. Das Begleitfahrzeug der Firma Emil Egger AG macht den Schluss. Alle drei Chauffeure sind mit Funkgeräten verbunden. Der Begleiter im hinteren Fahrzeug kontrolliert laufend die Abstände zu allfälligen Hindernissen links und rechts vom Schwertransportfahrzeug. Die hinteren drei Achsen können sich individuell mit mehr oder weniger Einschlag der Situation anpassen. Dazu braucht es den hinteren Begleiter.  

Der Konvoi setzt sich in Bewegung Richtung Dorfplatz von Gais.

Auf diesen Fotos befindet sich der Schwertransport auf der Stossstrasse Richtung Altstätten SG hinunter.

Hier kreuzt der Konvoi die AB-Bahnlinie Gais-Altstätten Stadt bei der Haltestelle „Kreuzstrasse“

Und weiter geht es Richtung Städtchen Altstätten. Oft wird es eng und lässt keinen Gegenverkehr mehr zu. Aufnahme oben unmittelbar hinter dem Bahnhof Altstätten Stadt.

Und wenn es nicht anders geht, wird auch auf die linke Strassenseite ausgewichen. Das vordere Begleitfahrzeug sorgt dafür, dass der Gegenverkehr bei solchen Situationen rechtzeitig gestoppt wird.

Überquerung der SBB-Linie bei Altstätten SG

Wir befinden uns nun bereits auf der A13. Nach der Ausfahrt 3 bei Widnau geht es zum Kreisel Richtung Diepoldsauerstrasse.

Auf der Hohenemserstrasse kurz vor der Rheinbrücke.

Das erste Etappenziel ist erreicht: Zollamt Diepoldsau. Bei den beiden Zollämtern Diepoldsau (CH) und Hohenems (A) müssen noch diverse Formalitäten erledigt werden.

Hier passiert der Schwertransport soeben das Zollamt Hohenems und befindet sich bereits auf österreichischem Boden. Das Begleitfahrzeug der Firma Emil Egger AG kehrt wieder nach St.Gallen zurück. Ein zweites Begleitfahrzeug der Firma Mare übernimmt auf österreichischer Seite die Schlussbegleitung.

Ab wann diese AB-Fahrzeuge (BDeh 4/4 11-15 und ABt 111-115) auf der Achenseebahn verkehren werden, ist noch sehr ungewiss. Entschieden ist im Moment, dass die Achenseebahn elektrifiziert werden soll (1500V=). Damit würden die AB-Fahrzeuge traktionsmässig passen.

Bis am 26. Oktober 2018 werden die restlichen Fahrzeuge die Schweiz verlassen. Dann sind alle 5 Trieb- und 5 Steuerwagen in Jenbach angekommen. Für die Triebwagen wird jeweils vorne beim Tieflader eine zusätzliche Achse benötigt: für 44 t statt nur für 18 t, wie bei den Steuerwagen.

Der Triebwagen 15 und der Steuerwagen 115 werden auf einem neu erstellten Gleisstück auf dem Gelände der Achenseebahn werbewirksam aufgestellt.

Alle Fotos: A. Wilhelmi am 17. 10. 2018