15 Jul

Baufahrplan Sommer 2018: erste Eindrücke

Rollmaterial-Kaskaden

Bei den RE 37xx Bern–Biel werden 2 der 3 Tagesleistungen mit DS IC-Pendelzügen abgedeckt, die sonst auf der IC1 Genève-Aéroport–St. Gallen fahren und aus denen 2 A und der WRB entfernt wurden. Sie lösen RABe 511 ab, welche für die Ersatzzüge (Genève–)Vevey–Fribourg benötigt werden. DS IC-Pendelzüge mit 1 A und 4 B kommen sonst nicht vor. Re 460 066 mit dem RE 3767 Bern–Biel eingangs Busswil am 12.7.2018.

 

Umleitungsverkehr auf der alten Hauensteinstrecke

Die alte Hauensteinstrecke wird während der Fahrbahnerneuerung Gelterkinden–Tecknau mit Einspurbetrieb im Richtungsbetrieb Süd–Nord für den Fern- und Güterverkehr genutzt.

Die IC 9xx/10xx aus Richtung Bern nach Basel sowie die IR 24xx Luzern–Basel werden in dieser Richtung über Läufelfingen umgeleitet, um die Einspur Gelterkinden–Tecknau zu entlasten. Zwischen diesen drei Reisezügen pro Stunde hat es Platz für drei Güterzüge aus Richtung Luzern, Bern oder Biel.

Erste Erfahrungen zeigen, dass zwischen 0 und 2 Güterzüge pro Stunde verkehren. Soweit möglich werden auch die Güterzüge Süd–Nord durch den Basistunnel geführt, dabei wird recht kurzfristig entschieden.

Ein Ausflug am 13.7.2018 an die Hauenstein-Südrampe brachte innert 2 Stunden eine abwechslungsreiche Ausbeute, obwohl der Fernverkehr mit den modernen Pendelzügen mit Steuerwagen voraus eher eintönig ist.

Bis auf das letzte Bild entstanden die Aufnahmen oberhalb Trimbach, kurz vor dem Tunnelportal, bei der früheren Wintersport-Haltestelle Miesern. Auch die Güterzüge waren auf die Minute pünktlich.

Etwas knapp reichte es für den Güterzug 53165 als Ersatz für den WLV-Zug 62065 Herzogenbuchsee–Basel RB mit 180 m leeren Getreidesilowagen verschiedener Bauarten, hinter der Re 420 307 2 Tgpps und 3 Tagnpps von SBB Cargo.

Der EW IV-Pendelzug als IC 1076 Domodossola–Basel SBB wurde mit kurzer Brennweite festgehalten, was den Blick auf die Geissflue ermöglicht.

Der IR 2478 Luzern–Basel ist einer wenigen umgeleiteten Fernverkehrszüge mit Lok Seite Basel, hier die Re 460 050. Er wird mit einem DS IC-Pendelzug geführt, der als einziger von 6 Diensten zwischen Basel, Luzern und Genève-Aéroport (aktuell Fribourg) eingesetzt wird, welche für den Einsatz zwischen Luzern und Zürich Flughafen ausgerichtet sind.

Die Re 620 029 muss sich mit den 190 m vorwiegend leeren Wagen, v.a. Fas und Eaos, auf der 27‰-Rampe nicht besonders anstrengen: Zug 53073 als Ersatz für den WLV-Zug 62073 Emmenbrücke–Basel RB.

Die Re 474 003 und 013 ziehen den rund 1100 t schweren und 520 m langen Zug 63780 als Ersatz für den SIM-Zug 43580 Gallarate–Rotterdam Waalhaven von SBB Cargo International.

Als Abschluss mitten in Trimbach der IC 1078 Interlaken Ost–Basel SBB mit dem EC-Pendelzug, dessen Wagen am Nachmittag als EC 7 aus Hamburg über Köln nach Interlaken kamen.

Alle Fotos: Stephan Frei

07 Jul

Mendrisio – Varese – Porto Ceresio

Von Armand Wilhelmi, EMF St. Gallen

Am Montag, 2. Juli 2018 unternahm ich mit meinem Enkel Fabio eine Fahrt an die Südspitze der Schweiz, mit einem kurzen Abstecher auf der neuen Linie Mendriso – Varese in die nördliche Lombardei.

Ab Mendrisio benützten wir die S40 nach Malpensa Aeroporto T2. Vorgängig kauften wir am SBB-Billettautomaten in Lugano unsere beiden Anschlussbillette ab Gaggiolo transito (Tarifgrenze) für Inhaber von Tageskarten oder GA nach Varese (Kauf nur an einem Automaten im Arcobaleno-Verbund möglich, Anleitung dazu am Schluss mit Link auf PDF).

Dann ging es vorbei an Stabio, Cantello-Gaggiolo (Grenze), Arcisate, Induno Olona nach Varese.

Vier Bilder vom Bahnhof Varese. Unsere S40 fährt weiter nach Malpensa Aeroporto T2. Im Gleis 1 (Kurzgleis mit Prellbock) steht ein RE nach Milano Porta Garibaldi.

Moderne Anzeige in der Unterführung.

Trenord-Billett.  Unbedingt vor Antritt der Reise das am italienischen Billettautomaten gelöste Trenord-Billett entwerten!

Ab Varese beabsichtigten wir, alle Stationen bis Porto Ceresio näher anzuschauen. Am Billettautomaten kauften wir  je ein Billett nach Porto Ceresio (Erwachsene €2.20, Senior €1.80). Wir hofften, dass diese Billette auch in den „TILO“-Zügen anerkannt würden. Kontrollen im Zug gab es später keine, im Gegensatz zur Hinfahrt ab Mendrisio, wo die Billette kontrolliert wurden.

Erster Zwischenhalt in Induno Olona. Ein RE nach Porto Ceresio und ein RE von Porto Ceresio nach Milano Porta Garibaldi.

Eine verspätete S50 von Mendrisio nach Varese und eine ebenfalls leicht verspätete S40 von Malpensa Aeroporto T2 via Mendrisio (Spitzkehre) nach Albate-Camerlata.

Die Bahnhöfe Induno Olona und Arcisate gleichen sich bezüglich Bauart, Infrastruktur-Ausrüstung  (Treppen, Rolltreppen, Lift etc) sowie Service (Billettautomaten, Bar/Cafeteria/Wartsaal etc.) wie ein Ei dem anderen. Induno Olona und Arcisate sind typische P+R-Bahnhöfe für Pendler, zweckmässig und sehr sauber.

Ebenfalls eine leicht verspätete S40 nach Albate-Camerlata. Fast alle Züge wiesen an diesem Tag 5-15 Minuten Verspätung auf.

Blick von oben auf die Gleisanlage von Arcisate Richtung Norden und von der Ebene „-1“ Richtung Süden.

Wir fahren ab Arcisate mit einem RE Richtung Porto Ceresio mit Zwischenhalt in Bisuschio-Viggiú. Die beiden Stationen Cantello-Gaggiolo und Stabio (am Ast nach Mendrisio) lassen wir beiseite und besuchen diese dann einmal bei einer späteren Reise.

Ankunft in Bisuschio-Viggiú.

Blick Richtung Porto Ceresio. Die früher viel grössere Stationsanlage wurde auf ein Gleis reduziert. In Bisuschio-Viggiú begann übrigens von 1912 – 1951 auch die meterspurige Tranvia Bisuschio – Viggiù.

Dieser Bahnhof steht im krassen Gegensatz zu den beiden modernen Bahnhöfen Induno Olona und Arcisate und lädt bis zum nächsten Zug zum Verweilen in der Gartenwirtschaft der „Bar Sorriso“ ein.

Die RE verkehren hier stündlich in Richtung Porto Ceresio und Milano Porta Garibaldi.

Ein RE von Porto Ceresio nach Milano Porta Garibaldi.

Nach einer Stunde Aufenthalt fahren wir mit einem RE in Doppeltraktion nach Porto Ceresio weiter.

Ankunft im Endbahnhof von Porto Ceresio.

Eine Anschrift am renovierten Bahnhof von Porto Ceresio haben wir nicht entdeckt, dafür ist genau vis-à-vis über der Strasse die Anlegestelle für die Schiffe der SNL klar angeschrieben.

Das Restaurant/Bar im Bahnhof von Porto Ceresio ist auch Verkaufsstelle für Billette der Trenord.

Mit dem Postauto Linie 532 fahren wir über Brusino-Arsizio dem Luganersee entlang nach Capolago FFS, wo wir wieder mit vielen neu gewonnenen Eindrücken die Heimreise in die Ostschweiz antraten. Es war ein sehr schöner Tag, die „Entdeckungsreise“ hat sich gelohnt.

Kauf von Anschlussbilletten ab der Grenze nach Varese

Alle Fotos: A. Wilhelmi